Tschechen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Tschechen (Cesi, Sing. Cech nannten sich Angehörige eines westslaw. Volkes). Die Tschechen waren im 6. Jh. nach Böhmen und Mähren eingewandert, wurden schon frühzeitig christianisiert und kamen im Verlauf der dt. Ostkolonisation in engen Kontakt mit Deutschen und dt. Kultur, ohne dabei die eigene Volkskultur aufzugeben. Der Bezeichnung "Tschechen" kam im MA. keine polit. Bedeutung zu, sie stand nur für die etnisch-sprachliche Identität der slaw. Volksgruppe in ®Böhmen und ®Mähren. Das Tschechische wurde vom 13. Jh. an zunehmend verschriftlicht; vom Anfang des 14. Jh. an gab es eine tschechischsprachige Literatur, seit 1370 tschechischsprachige Urkunden.