Veilchen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Veilchen (mhd. viol, viole, veiol, veiel; lat. viola; bot. Viola odorata). Die Blume mit blauen bis dunkelvioletten, "grün" duftenden Blüten galt als Sinnbild des Frühlings und der erwachenden Liebe (s. Neidhartspiele), stand aber auch für Gerechtigkeit. - Besondere Heilkraft wurden den ersten Veilchen eines Frühlings zugeschrieben; eingenommen sollten sie übers ganze Jahr vor Krankheit schützen und gutes Blut bewirken. Der „Macer floridus“ empfiehlt Veilchenblüten wegen ihrer milden Kälte gegen Kopfschmerz, Schwellungen und Geschwüre, als Fiebermittel und zur Magenreinigung, sowie gegen Husten und Asthma bei Kindern. Veilchenöl wurde vielfach als Austauschmittel für Rosenöl (s. Rose) verwandt und galt als wirksam gegen Schuppen. Hildegard von Bingen nennt Veilchensaft als Bestandteil einer Salbe gegen Augenleiden und als Heilmittel bei schwerem Kopf, Lähmungen und diverse Hautkrankheiten.
Geruchlose Veilchen ("Hundsveilchen" der Arten Viola canina, V. silvatica, V. hirta) galten als wirkungslos, wo nicht gar schädlich – sie konnten Unglück bringen und Sommersprossen verursachen.