Wurt

Aus Mittelalter-Lexikon
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Wurt (mndd., v. andd. wurth = Boden; auch mndd. warf, warft = aufgeworfener Hügel). In den hochwasserbedrohten Marschgebieten der niederländischen und deutschen Nordseeküsten künstlich aufgeworfene Wohnhügel für Einzelgehöfte (Hauswurt, Hofwurt) oder für ganze Siedlungen (Dorfwurt). Die Anlage von Wurten setzte um Christi Geburt als Folge steigendes Meeresspiegels ein und endete im 11./12. Jh. mit der Eindeichung der Marschen (s. Deichbau).
Die Trinkwasserversorgung wurde durch zentral gelegene Regenwasserbehälter (s. Zisterne) gesichert, da Erdbrunnen nur Brackwasser förderten. Die Bewohner lebten von der Weidewirtschft und von Torfsalzgewinnung (s. Friesensalz), außerdem betrieben sie Handwerke (Textilherstellung, Beinschnitzerei) und Saisonhandel.