Ypern

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ypern. Im Westen der Grafschaft ®Flandern gelegene Stadt. Um die Mitte des 11. Jh. gegründet, 1066 erstmals urkundlich belegt, wurde bis zum 14. Jh. durch florierende Tuchmacherei und -ausfuhr neben Gent und Brügge zu einer der reichsten und bedeutendsten Städte der Region. Wie begehrt die Luxustuche aus Ypern waren belegt die Tatsache, dass die Gebühr für den Beitritt zur Bruderschaft der Kaufleute in Nowgorod zum Teil in Form von Tuchen aus Ypern erlegt werden musste. Als sich Ypern im 100-jährigen Krieg mit Frankreich gegen England verbündet hatte, konnte es sich zwar einer Belagerung erwehren, jedoch wurde das Umland samt der dort ansässigen Leinenweberei so stark verwüstet, dass es von da an zu einem Rückgang der Bevölkerung und zum Niedergang der Stadt kam.
Der weithin von der Gotik geprägte Baubestand Yperns wurde im ersten Weltkrieg stark verwüstet, konnte jedoch weitgehend wiederhergestellt werden. Bemerkenswert sind die St.-Martinskathedrale (dreischiffig, mit unvollendetem Turm; 13.-15. Jh.), die St.-Peterskirche (got. Halle, roman. Portal), das Haus der Tuchmachergilde (gotisch, mit 70 m hohem Belfried; 1200 - 1380) und Teile der Stadtbefestigung.