Zirkeler

Aus Mittelalter-Lexikon
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Zirkeler (zirkelbroder, circeler; Mitglieder einer patrizischen Gesellschaft). So nannte sich im SMA. ein exklusiver Zusammenschluss Lübecker Kaufleute (gegr. 1379), die unbescholten und von guter Abstammung zu sein hatten, großes Vermögen und höchsten politischen Einluss auf sich vereinigten. Der Kreis umfasste höchstens 60 Personen, die sämtlich aus der Großkaufmannschaft stammten und die Mehrheit der Ratsmitglieder stellten.
Die Bruderschaft führte einen gespreizten Zirkel im Wappen und wurde von daher auch Trinitätsgesellschaft genannt; sie hatte in der Franziskanerkirche St. Katharinen eine eigene Kapelle, stiftete Präbenden und verteilte Almosen, richteten jährliche moralisierende Schauspiele aus (s. Zirkelbrüder) und pflegten das Totengedenken.