Bistum

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bistum (ahd. biscoftuom, mhd. bis[ch]tuom; auch Diözese). Von Christen beherrschte Länder wurden in Bezirke unterteilt, in denen jeweils ein ®Bischof den ®Pfarreien als untersten Einheiten vorstand. (Mehrere Pfarreien bildeten ein Dekanat, mehrere Bistümer eine Kirchenprovinz [s. Erzbistum].) Bereits im 7. Jh. gab es in den deutschen Rheinlanden Bistümer, zu denen im 8. Jh. durch die Missionierung des hl. Bonifatius in Mittel- und Süddeutschland weitere kamen. Unter Karl d. Gr. entstanden neue Bistümer in Nordwestdeutschland; im Verlauf der Ostkolonisation entstanden deutsche Bistümer bis hin zum Baltenland.
Die Verwaltungszentralen der Bistümer waren die Bischofssitze, die an Knotenpunkten politischer und wirtschaftlicher Aktivität eingerichtet wurden. Hier entstanden die Kathedralkirchen und Bischofspaläste, bei deren Bau und Ausstattung die Bischöfe untereinander wetteiferten. Exemte Bistümer gehören nicht dem Verband einer Kirchenprovinz an, sondern sind dem Papst direkt unterstellt (s. Exemtion).
Unter Suffraganbistum ist ein Bistum zu verstehen, dessen Bischof einem Erzbischof unterstellt ist. So waren im Mittelalter die Bistümer Freising, Regensburg, Passau und Brixen Suffraganbistümer des Erzbistums (der "Kirchenprovinz") Salzburg.