Claudius Ptolemäus

Aus Mittelalter-Lexikon
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Claudius Ptolemäus (Klaudios Ptolemaios; um 87 – um 150). Im ägyptischen Ptolemais Hermii geborener griechischstämmiger Gelehrter, der wohl in Alexandria (Ägypten) an der dortigen berühmten Bibliothek wirkte und in Alexandria auch gestorben sein soll. Der Universalgelehrte betätigte sich als Astronom, Astrologe, Geograph, Kartograph, Mathematiker, Physiker (Optik), Musiktheoretiker und Philosoph. Seine Forschungsergebisse sollten für die Wissenschaft bis in die Neuzeit von grundlegender Bedeutung bleiben.
Werke:
„Mathematike Syntaxis“ (eine 13-bändige Zusammenstellung mathematisch-astronomischer Gesetze auf der Basis eines geozentrischen Weltbildes (s. Sphärenmodell), auch einen Sternenkatalog enthaltend, um 800 von den Arabern als ®„Almagest“ betitelt; blieb bis über Kopernikus hinaus maßgeblich für alle astronomischen Handbücher):
„Geographike Hyphegesis“ („Geographische Anleitung“, eine Darstellung der zu jener Zeit bekannten Länder und Völker auf der kugelförmigen Erde, unter Annahme eines Südkontinents „Terra Australis“);
„Harmonik“ (eine musiktheoretische Abhandlung auf der Grundlage älterer Harmonielehren);
„Optik“ (theoretisches und praktisches zum Licht, über Brechung, Spiegelung und Farben);
„Kriterion“ (Erkenntnistheorie, worin er das Gehirn als Sitz der Vernunft annimmt und deren Benutzung als hinreichend zur Erkenntnis der Wahrheit darstellt);
„Tetrabiblos“ („Viererbuch“ zur Beinflussung des menschlichen Schicksals durch die Planeten auf der mathematischen Grundlage des Almagest).
(s. Astrolabium, Astronomie, Land- und Seekarten)