Ekkehart IV. von St. Gallen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ekkehart IV. von St. Gallen (um 980 - um 1060). Möglicherweise verwandt mit ®Ekkehard I. von St. Gallen|Ekkehard I., Schüler ®Notkers III. Labeo an der Klosterschule von St. Gallen. Von 1022 bis 1032 war der in antiker wie frühchristlicher Literatur bewanderte Gelehrte Leiter der Scola cantorum in Mainz, danach wieder Schulleiter in St. Gallen. Sein bedeutendstes Werk ist die Vervollständigung der Klosterchronik "Casus Monasterii Sancti Galli" (einem eher romanhaften, jedoch kulturhistorisch aufschlussreichen Bericht über den Zeitraum von 883 bis 975), die von ®Ratpert aus Zürich, einem St. Gallener Mönch, um die Mitte des 9. Jh. begonnen worden war. Die Chronik basiert mehr auf mündlichen Erzählungen älterer Mitbrüder als auf urkundlichen Dokumenten, gilt jedoch trotzdem als wichtige Geschichtsquelle und gibt Einblick in das alemannische Klosterleben des frühen MA. In St. Gallen entstand auch Ekkeharts Sammlung eigener Werke, die unter dem neuzeitl. Titel "Liber benedictionum" bekannt ist. Darin sind u.a. enthalten: "Benedictiones super lectores per circulum anni" und "Benedictiones ad mensas".
Für die Kunst des Bierbrauens war Ekkehart insofern von Bedeutung, als er einschlägige Werke antiker Autoren (Plinius, Zosymos von Panapolis, Orosius) übersetzte und kommentierte.