Elisabeth von Schönau

Aus Mittelalter-Lexikon
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Elisabeth von Schönau (1129-1164). Tochter einer adligen Familie aus dem Köln-Bonner-Raum wurde 1141 von ihren Eltern in das Benediktiner-Doppel-Kloster Schönau (in Strüth, Erzbistum Trier) gebracht. 1147 nahm sie dort den Schleier und lebte trotz dauernder Kränklichkeit und Depression in überstrenger Askese, durch die sie in seelische Ausnahmezustände geriet. 1157 wurde sie zur Lehrerin (magistra) gewählt.
Berühmt wurde sie durch ihre Visionen, die ihr Bruder ®Ekbert, inzwischen Abt des Klosters Schönau, nach ihren auf Wachstäfelchen festgehaltenen Notizen in lat. Sprache niederschrieb. In den Jahren 1156 - 1159 entstanden Liber viarum Dei (Buch der Gotteswege), Visio de resurrectione beatae Mariae virginis (Über die Auferstehung der seligen Jungfrau Maria), Liber revelationum de sacro exercitu virginum Coloniensum (Buch über die Offenbarungen der heiligen Gemeinschaft kölnischer Jungfrauen; über Visionen zur Ursula-Legende). Unter dem Titel Visiones fasst Ekbert in drei Büchern ihre Offenbarungen von 1152 bis 1164 zusammen.
Erst 35jährig starb Elisabeth in Schönau, wo noch heute ihr Haupt als Reliquie verehrt wird. Sie soll zu Lebzeiten populärer gewesen sein als Hidegard von Bingen, mit der sie in Briefwechsel stand.
(s. Mystik, Visionsliteratur)