Fürstenpreis

Aus Mittelalter-Lexikon
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Fürstenpreis. Preislied oder Lobrede (lat. laudatio, mhd. lobesanc). In uralter germanischer Tradition wie in antiker Rhetorik-Lehre stehende Dichtgattung zu Ehren einer zeitgenössischen adeligen Persönlichkeit. Verherrlicht werden deren berühmte Vorfahren (bis hin zu biblischen und antiken Ahnen), ihre persönlichen Tugenden und Heldentaten, ihr Reichtum und ihre Freigebigkeit (s. milte). Wenn derartige panegyrische Poesie nicht als Auftragsdichtung entstand, so doch stets als als Dankeserweis eines fahrenden Sängers an einen höfischen Gastgeber und Mäzen. Der Fürstenpreis dürfte viel zu Verbreitung und Verfestigung höfischer Etikette und Tugendideale beigetragen haben.
Als Dichter des Fürstenpreises seien beispielsweise genannt: Konrad von Würzburg, Frauenlob, Walther von der Vogelweide.
(s. Lobdichtung, Preislied, Rügelied)