Lobdichtung

Aus Mittelalter-Lexikon
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Lobdichtung (Panegyrik, v. grch. panegyrikon = Buch der Festreden; lat. laus, laudes, praeconia). Lobreden auf Götter, Menschen, Länder, Städte, Tiere, Pflanzen, Tugenden, Künste, Handwerke usf. wurden in der Antike als rhetorisch-poetische Übung verfasst. Dem lat. MA. waren einschlägige Lehrbücher bekannt, so z.B. die „Praeexercitamina“ (rhetorische Vorübungen) des Hermogenes (in der lat. Fassung des Priscian). In der ma. Literatur findet die Panegyrik ihren Niederschlag bei Heiligenviten, Heldendichtung, Minnelied, Fürstenpreis, Städtelob usf. Hyperbolische (übertreibende), die Wirklichkeit weit überbietende Lobreden galten als legitim, wie das Gedicht „Gegen die Verleumder“ des Petrus Venerabilis belegt. (Darin schreibt er: „Ein Dichter wäre zu tadeln, weil er lobt? Dann sind die berühmtesten Dichter und Gelehrten tadelswert. Sehen wir von den Heiden ganz ab! Auch Hieronymus, Augustinus, Ambrosius, Cyprianus, Sidonius, Fortunatus haben den panegyrischen Stil beherrscht“.)
(s. Fürstenpreis, Preislied, Städtelob)