Falkenbuch Friedrichs II.

Aus Mittelalter-Lexikon
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Falkenbuch Friedrichs II. Kaiser Friedrich II. widmete seiner Leidenschaft, der Beizjagd, die naturwissenschaftliche Abhandlung „De arte venandi cum avibus“ (Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen). Die illuminierte Originalhandschrift wurde 1248 während der Belagerung Parmas zusammen mit Friedrichs Staatsschatz von gegnerischen Truppen aus dem kaiserlichen Feldlager erbeutet und ihrem Erbeuter an einen Mailänder Bürger namens Guilielmus Bottatius verkauft; dieser hat sie 1264/65 Karl von Anjou, dem Bruder des frz. Königs Ludwig d. Heilige, zum Kauf angeboten; ihr weiterer Verbleib ist nicht bekannt. Die überlieferten Exemplare sind Kopien von Fassungen, die der Sohn Friedrichs, Manfred, mit eigenen Zusätzen hatte anfertigen lassen. Eine Abschrift findet sich 1594 im Besitz des Nürnberger Arztes und Naturforschers Joachim II. Camerarius, der sie dem Augsburger Humanisten Marcus Welser zum Nachdruck überließ. Über den Sohn des Camerarius gelangte die „editio princeps“ in die Bibliothek der pfälzischen Kurfürsten nach Heidelberg, von dort kam sie 1623 mit dem Gesamtbestand an die päpstl. Bibliothek in Rom, wo sie unter Pal. lat. 1071 geführt wird. Das Werk besteht aus 111 Folios im Format 34,5 x 24,5 cm, die fast sämtlich mit erläuternden Miniaturen versehen sind. (Über den Inhalt des Falkenbuchs s. Friedrich II., Jagdtraktate)