Ulrich Füetrer

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Ulrich Füetrer (auch: Fürtrer, Furträr, Füetrer, Fietrer; † nach 1492) war ein Dichter und Maler.

Tätigkeit

Ulrich Füetrer, in Landshut geboren und schulisch gebildet, wurde seit 1453 in München als Wappenmaler beurkundet. Er gehörte zum Musikerkreis um Konrad Paumann und hatte von daher Kontakte zum Münchener Hof. Literarisch trat er um 1467 mit einem monumentalen Lancelot-Roman in deutscher Prosa („Dye gesta oder getat von herren Lantzilet vom Lack“ [Lack = lacus]) hervor, den er in einer ausgeweiteten Fassung (5.700 Titurelstrophen) unter dem Titel „Lantzilet“ zwischen 1484 und 1487 versifizierte. Daran anschließend entstand eine Herzog Albrecht IV. gewidmete „Bayerische Chronik“ in Prosa, welche die Herkunft des Hauses Bayern von 60 v. Chr. bis 1479 aufgrund historiographischer und legendärer Quellen darstellt. Hauptwerk ist das für den Bayernherzog Albrecht III. zwischen 1473 und 1478 erstellte höfische Romankompendium „Buch der Abenteuer“ (eine Bearbeitung der Grals- und Artussagen) in 5.644 Titurelstrophen. Das Werk ist deutlich an Wolfram von Eschenbach angelehnt und erscheint trotz der vielfältigen und unterschiedlichen Quellen wie aus einem Guss. Von seinen bildnerischen Werken hat sich das Tafelbild „Kreuzigung Christi“ (1457; München, Alte Pinakothek) erhalten sowie ein Portrait des Erzherzogs von Tirol (um 1460, München, Alte Pinakothek).

Literatur

  • Karl Bartsch: Füetrer, Ulrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 8, Duncker & Humblot, Leipzig 1878, S. 271.
  • Hans Rupprich: Füetrer, Ulrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 685 f. (Digitalisat).

Weblinks

  • Fuetrer, Ulrich im Repertorium „Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters“