Giftring

Aus Mittelalter-Lexikon
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Giftring. Unter der Bezeichnung sind sowohl Fingerringe zu verstehen, die der Aufbewahrung und Applikation von Giftstoffen dienten wie auch solche, die vergiftete Speisen oder Getränke anzeigten. „Schmuckstücke“ der ersten Art scheinen fürs MA. äußerst selten gewesen zu sein, sonst hätte ein an der bulgarischen Schwarzmeerküste gefundenes Exemplar aus dem 14. Jh. nicht so großes Aufsehen erregt. Der Ring besteht aus Bronze, ist der Größe nach zum Tragen am kleinen Finger einer Männerhand gedacht gewesen und weist eine kleine Kammer zur Aufnahme des Giftstoffs auf. - Giftanzeigende Ringe waren mit Substanzen versehen, welche die Anwesenheit von Gift durch „Schwitzen“ anzeigten (s. Krötenstein).
(s. Edelsteine, magische Wirksamkeit der; Gegengifte; Gifte; Giftprobe)