Heilig

Aus Mittelalter-Lexikon
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Heilig (mhd. heilec, ahd. heilag zu german. hel, ahd. heil = unversehrt, gesund, glücklich; lat. sanctus, sacer; Gegensatz: weltlich, profan, lat. profanus = unheilig, ungeweiht, v. pro fanum = vor dem heiligen Bezirk liegend). Heiligkeit bezeichnet eine der göttlichen Sphäre zukommende Eigenschaft, die sie über das Weltliche (Profane) hinaushebt. Der Mensch steht dem Heiligen in ambivalenter Haltung gegenüber: er sieht in ihm sowohl das Faszinosum (das Anziehende, Beseligende) als auch das Tremendum (das Schaudererregende, Distanzgebietende). Eine Vermittlung zwischen Profanem und Heiligem ist dem Priester vorbehalten, religiöser Ritus und Kult geben dem Umgang mit dem Heiligen die angemessene Form. Die Religion „verwaltet“ das Heilige und sucht das profane Leben zu durchheiligen.
(s. Heiligkeit, Reinheit)