Kulm

Aus Mittelalter-Lexikon
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Kulm (Culm, poln. Chelmno). Stadt nahe dem rechten Ufer des Unterlaufs der Weichsel (Wisla), ca. 50 km nordwestl. von Thorn (Torun) und etwa gleichweit nordöstl. von Bromberg (Bydgoszcz) gelegen. Der Ort ist 1065 erstmals erwähnt, wurde 1215 Sitz eines Missionsbistums zur Christianisierung der Pruzzen. Der ®Deutschritterorden, dem Kulm samt Umland (®Kulmer Land) von Herzog Konrad von Masowien verliehen worden war, gab 1233 dem Ort das Stadtprivileg (s. Kulmer Handfeste; von vielen Städten der Region als Vorbild angenommen). Ihre größte wirtschaftl. Blüte erlebte die Stadt im 14. Jh., als sie Mitglied der Hanse war, über ausgedehnten Landbesitz verfügte und über florierenden Handel und hervorragende Handwerke (Tuchmacherei) verfügte. Anfang des 15. Jh. verlor Kulm seine führende Stellung an Thorn und Danzig. Durch den 2. Thorner Frieden (1466) kam die Stadt an Polen und sank in der Folgezeit bis zur Bedeutungslosigkeit ab.
Ma. Bauten: Pfarrkirche (ehem. Kathedrale, 13./14. Jh.); St. Johannes (einschiffige ehem. Benediktinerklosterkirche; 13. Jh.); St. Jakob (ehem. Franziskanerklosterkirche; 13. Jh.; 54 m hoher Turm); St. Jakob u. St. Paul (ehem. Dominikanerklosterkirche, 14. Jh.).