Mainz

Aus Mittelalter-Lexikon
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Mainz. Am linken Rheinufer, gegenüber der Mündung des Mains, bestand vom Jahre 13 v. Chr. an eine röm. Garnison, die unter dem Namen Mogontiacum (auch Moguntiacum, Mogentium oder Moguntia) zur Hauptstadt von Germania Superior aufstieg. Der Name dürfte von einer Kultstätte des kelt. Lichtgottes Mogo hergeleitet worden sein. Im 4./5. Jh. wurde die Garnison aufgegeben, auf ihren Ruinen entstand im 6. Jh. ein Machtzentrum des ostfränkischen Reiches. Das schon für 540 belegte Bistum Mainz wurde unter Bonifatius 755 zur Kirchenmetropole von ®Austrien gemacht, und diente später als Kirchenzentrum des Dt. Reiches. 580 wurde das Bistum zum Erzbistum erhoben, 775 verlieh Karl d. Gr. Stadt und Umland an die Erzbischöfe, welche die Stadtherrschaft entgegen dem Streben der Bürger nach Selbstverwaltung und trotz verschiedener Aufstände bis in die Neuzeit halten konnten. 1184 fand bei Mainz das prunkvolle Pfingstfest Friedrich Barbarossas statt, 1188 hielt der Kaiser erneut Hoftag zu Mainz. 1254 begründete Mainz zusammen mit anderen rheinischen Städten den ersten ®Rheinischen Bund zur Sicherung von Handel und Verkehr. 1440 erfand der Mainzer Johannes ®Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern. Die Gründung der Universität Mainz erfolgte 1476 durch Erzbischof Diether von Isenburg.
Das eindrucksvollste ma. Bauwerk der Stadt und Hauptwerk der rhein. Romanik ist der Dom St. Martin und St. Stephan, eine der ältesten roman. Gewölbebauten, der unter Erzbischof Willigis 975 begonnen, 1009 geweiht und am gleichen Tag durch Brand beschädigt wurde. Das Bauwerk wurde bis ins 15. Jh. mehrfach um- und ausgebaut. Der jüngste Bauzustand zeigt eine doppelchörige Anlage mit Westquerschiff, zwei Vierungstürmen und je einem östl. und westl. Turmpaar. (Der östl. Querbau ist nicht als Querschiff angelegt, sondern stellt zwei seitliche Eingangshallen mit Emporen dar.)
Zu erwähnen sind außerdem die Kirchen St. Quintin (got. Hallenkirche, 13.-15. Jh.), St. Stephan (älteste got. Hallenkirche am Mittelrhein, 14. Jh.) sowie die Karmeliterkirche (got. Basilika, 13./14. Jh.).