Morganatisch

Aus Mittelalter-Lexikon
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morganatisch (Begriff des Eherechts; v. mlat. [matrimonium ad] morganaticam = [Ehe auf bloße] Morgengabe; auch „Ehe zur linken Hand“). Bezeichnung einer Ehe zwischen nicht ebenbürtigen – standesungleichen – Partnern in regierenden Häusern. Bei der Eheschließung wurde dabei nur die ®Morgengabe, nicht das ®Wittum vereinbart. Zwischen den Ehepartnern trat keine Rechtsgemeinschaft ein, die Kinder wurden trotz der väterlichen Gewalt der Familie der Mutter zugezählt, die Frau behielt ihren bisherigen Familiennamen. Zweck dieser – auch nach Kirchenrecht vollgültigen – Ehe war, den höhergestellten Partner (meist der Mann) vor den nachteiligen standesrechtlichen Folgen einer Missheirat zu bewahren.