Normandie

Aus Mittelalter-Lexikon
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Normandie. Diesen Namen führt seit etwa dem Jahre 1000 eine Provinz im Nordwesten Frankreichs, die sich von der Seine-Bucht bis zur Halbinsel Cotentin erstreckt und im Südosten bis ins Pariser-Becken reicht. Dieses Gebiet war im 1. Jh. u. Z. von den Römern zu einer blühenden Provinz (Gallia Lugdunensis) gemacht worden. Nach dem Ende des röm. Imperiums (5. Jh.) kam die Region unter die Hoheit des fränk. Königreiches. Im 9. Jh. wurden die Länder zwischen Ärmelkanal und Paris von Normannen (Wikingern) aus Dänemark und Norwegen immer wieder zu Zielen ihrer Raubzüge gemacht. Viele der räuberischen Eindringlinge machten sich ansässig, und vermischten sich in der Folgezeit mit der heimischen Bevölkerung – vor allem mit deren Frauen. Ihr Anführer Rollo (Hrolf; um 860-932) wurde 911 von König Karl dem Einfältigen mit dem Herzogtum der Region belehnt, um die kriegerischen Wikinger umso besser ins westfränkische Reich integrieren und damit befrieden zu können. Nachdem ein unehelicher Nachfahre Rollos, der Herzog Wilhelm II. (genannt Der Bastard oder Der Eroberer) sich im Gefolge der von ihm gewonnenen Schlacht von Hastings (1066) zum Herrn des Königreichs England gemacht hatte, kam das Herzogtum Normandie zeitweilig unter englische Oberhoheit. Während des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich (1337-1453) war die Normandie zwischen beiden Mächten umkämpft und jahrelang von englischen Expeditionstruppen besetzt. Nach Kriegsende kam sie endgültig unter franz. Herrschaft.
(s. Normannen, Wikinger)