Normannen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Normannen (germ.-mlat. nortmanni = Nordmänner). Fma. Sammelbez. für skandinavische Völker (Dänen, Schweden, Norweger, Isländer), die im 9. Jh. Raubzüge entlang der Küsten und Wasserwege Nordeuropas unternahmen und den Zerfall des Karolingerreiches beschleunigten (s. Wikinger). In der zweiten Hälfte des 9. Jh. entstanden in den Mündungsgebieten von Loire und Seine Normannen-Fürstentümer, aus denen des Herzogtum ®Normandie hervorging. Als Normannen wurden von da an die Bewohner der Normandie bezeichnet, die frz. Sprache und Kultur angenommen hatten, 1066 unter Herzog Wilhelm d. Eroberer England eroberten und im 11. Jh. ein mächtiges Königreich in Sizilien und in Süditalien (Apulien, Kalabrien) schufen, das seine Blütezeit in der zweiten Hälfte des 12. Jh. erlebte und 1194 an die Staufer überging.