Ordo

Aus Mittelalter-Lexikon
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ordo (lat., = Rang, Reihe, Ordnung). 1.) Christl. Theologen waren in der Philosophie des Augustinus verwurzelt und sahen die natürlichen Gegebenheiten und den geschichtlichen Gang der Welt als Ausdruck des göttlichen Heilsplanes, als Vollzug der göttlichen Ordnung. Alle Wissenschaft bezog ihre Legitimation aus dem Bestreben, die göttliche Ordnung zu erkennen, alles Seiende auf seinen Bezug zum göttlichen Plan zu untersuchen. Erst William von Ockham brach radikal mit der Vermengung von Irdischem und Jenseitigem, er entsakralisierte und entmythologisierte Natur und Gesellschaft, er stellte der übernatürlichen Ordnung die irdisch-materielle Ordnung gegenüber. Damit war der Untergang des klerikalen Wissensschaftsmonopols eingeläutet. 2.) Die kath. Kirch verstand unter ordo auch die Hierarchie des Amtspriestertums (s. Ordination) und den Aufbau der ®Liturgie.