Pfeffer

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pfeffer (mhd. pheffer; lat. piper, v. ind. Pippali; botan. Piper nigrum). Tropische Pflanzengattung, deren Samen, Früchte oder Fruchtstände als Gewürze und Heilmittel verwendet werden. Der brennende Geschmack kommt von dem Alkaloid Piperin, das Aroma vom Pfefferöl. Der aus Indien importierte Pfeffer war das beliebteste der ma. Gewürze und diente wegen seines hohen Wertes, seiner Teil- und Haltbarkeit auch als Zahlungsmittel. Es war üblich, Zölle, Zinsen oder Abgaben im Rahmen eines Servitiums in Pfeffer zu erlegen. Kaufleute, die durch Pfefferhandel reich geworden waren, wurden scherzahft "Pfeffersäcke" genannt.
Man unterschied piper album (leucopiper, wizphephir) aus unreifen Früchten (Beeren), piper nigrum (melanopiper, swarzpfeffer) aus reifen Früchten und piper longum (macropiper, der längliche Fruchtstand des Pfefferstrauches; galt in der Volksmedizin als Aphrodisiacum und als Abtreibungsmittel).
In der Klostermedizin verwendete man Pfeffer zur Stärkung der Verdauung und zur Kräftigung der Leber, gegen Brustbeschwerden und Fieber. Hildegard hielt ihn allenfalls zur Anregung des Appetits tauglich, ansonsten eher für schädlich. In dem Pflanzenbuch „Macer floridus“ heißt es: „Kein Mensch kann alle Wirkungskräfte des Pfeffers beschreiben; denn beinahe sämtliche Arzneien (sc. Komposita) verlangen Pfeffer als Ingrediens, und auch vielen kostspieligen Antidoten pflegt Pfeffer beigemischt zu werden.“
Der Begriff "Pfeffer" stand im MA. häufig für "Gewürz" schlechthin. Beispielsweise war in dem Rezept für eine teure Soße namens "gelber Pfeffer" keine Spur davon enthalten; sie bestand vielmehr aus in Weißwein oder Brühe aufgekochten Brotstücken, gewürzt mit Ingwer und Safran.
(s, Gewürze, Gewürzhandel, Pfefferkuchen)