Pochmühlen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pochmühlen, Pochwerke (mhd. puzhamir, poshamir; zu mhd. bochen, pochen, puchen = klopfen, zerstoßen). Erzpochwerke sind erstmals für das Jahr 1466 im sächs. Freiberg belegt. Sie sind aus den älteren Hanf- und Flachsstampfen und aus der ®Walkmühle hervorgegangen, bei denen das Prinzip der ®Nockenwelle erstmals umgesetzt worden war (s. Stampfmühlen). Die von den Daumen der Nockenwelle angehobenen schweren, eisenbesohlten Pochstempel ("Stampfen") fielen durch ihr Gewicht zurück in die Pochsohle und zerschlugen dabei das erzhaltige Gestein zu Brocken zwischen Walnuss- und Hühnereigröße, weiter zu „Grieß“, „Graupen“ oder zu feinem Sand (s. Schlich). Das beim Pochen entstandene Erzmehl mußte durch Ausschlämmen von Beimengungen befreit werden.
Während die leichteren Stempel – etwa der Pulverstampfen – von der Kraft federnder Hölzer angehoben und von Hand niedergestoßen wurden, konnten die wesentlich schwereren Stoßbalken der Erzpochwerke nur mit Wasserkraft bewegt werden. Die Arbeiter am Pochtrog waren – wie ihre Vorgänger, die mit Fäustel und langstieligem Hammer das Erz geschrotet hatten – schlechtbezahlte Hilfsarbeiter, die zudem stets der Gefahr ausgesetzt waren, durch umherfliegende Gesteinssplitter verletzt zu werden, vom Lärm zu ertauben oder sich durch eingeatmeten Steinstaub eine Lungenkrankheit (Silikose) zuzuziehen. (Nasspochwerke, bei welchen das Pochen unter fließendem Wasser uns somit staubfrei geschah, sollten erst im 16. Jh. aufkommen. Das erste soll 1512 im tirolischen Schwaz betrieben worden sein.)
(s. Bokemühle)