Rekuperationen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Rekuperationen (lat. recuperatio = Wiedererlangung). Nach dem Tod Heinrichs VI. (1197) übernahm Papst Innozenz III. die Vormundschaft über dessen Sohn Friedrich (II.). Im Thronstreit zwischen Staufern und Welfen förderte der Papst zunächst den Welfen Otto IV. (Sohn Heinrichs des Löwen). Dieser nämlich hatte die Forderung des Papstes nach Wiedereinsetzung in die Herrschaft (Rekuperation) über ursprünglich röm. Besitzungen in Italien anerkannt, welche unter die Verfügungsgewalt des Reiches gekommen waren. Als Otto IV. mit der Kaiserkrone auch die alte antipäpstliche Politik wiederaufgenommen hatte, verlor er die Gunst Innozenz', der nun sein Mündel Friedrich II. favorisierte. Dieser bestätigte als Gegenleistung für die Kaiserkrönung die Rekuperationszusagen in der ®Goldenen Bulle von Eger (1213). Die "wiedergewonnenen" Länder gingen am Ende weit über das hinaus, was der Kirchenstaat jemals besessen hatte.
(s. Innozenz III. (Papst), Kirchenstaat)