Sack

Aus Mittelalter-Lexikon
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Sack (ahd., mhd. sac; lat. saccus, v. assyrisch sakku = Sack, Büßergewand). Das mhd. sac steht - auch abwertend – für die Leibeshülle/Leib, den Magen oder Bauch, ein liederliches Weib oder auch für ein sackförmiges Netz zum Tierfang. Im eigentlichen Sinn: ein beutelförmiges Behältnis aus textilem Material, je nach Bestimmung von unterschiedlicher Größe, aus gröberem oder feineren Gewebe bestehend, bestimmt zur Aufbewahrung und zum Transport der verschiedensten Dinge (von Geld, Schmuck, Gewürzen, Spielsteinen, Nahrungsmitteln und anderen Handelsgütern bis zu Leichnamen).
Säcke waren nur ausnahmsweise aus Leder gefertigt, üblicherweise bestanden sie aus Tuch. Je nach Verwendungszweck verwendete man grobe Gewebe aus Flachs- oder Leingarnen, häufig aus ® Rupfen).
Entsprechend seines vielfältigen Wortsinns erscheint das Wort häufig in Zusammensetzungen, z.B. Sackkleid (mhd. sacgewant = Büßerkleid), Sacktuch (mhd. sactuoch = Sackleinwand); mit sacman wurde sowohl ein Sackträger als auch ein Sackräuber bezeichnet, ein Pfeffersack war einer, der durch Handel – häufig mit Gewürzen – schwerreich geworden war, Sackpfeife (mhd. phifensac) hieß der Dudelsack, der aus Tierfell oder –leder gefertigt war, Schnappsack (snap-sac) sagte man zu einem Ranzen (Rucksack), in dem Wanderer Proviant mit sich führten usw.
Als Zeichen der Reue und Bußfertigkeit wallfahrteten Gläubige in groben Kleidern, die aus Tierhaaren oder Sackleinwand gefertigt waren (Die schon im MA. geläufige Redewendung „In Sack und Asche gehen“ bezeichnet einen Büßer, der im Büßerhemd (sacgewant) und mit aschebestreutem Haupt daherkommt.)
Zum strafweisen oder willkürlichen Ertränken verwendete man Säcke, in welche der Todeskandidat (Mensch oder Tier) gesteckt worden war.
Dem ma. Aberglauben entstammt das Bild von der Wetterhexe, die aus einem Sack Stürme und andere Unwetter freiläßt. - Weit verbreitet war der abergläubische Brauch, ein Säckchen mit zauberkräftigem Material als Amulett mit sich zu führen.
(s. Flagellanten, Verpackung)