Sackpfeife

Aus Mittelalter-Lexikon
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Sackpfeife (mhd. sacphife, phifensac; lat. tibia utricularis = Dudelsack). Ein Blasinstrument, das vom Spieler nicht direkt, sondern über einen Luftbehälter oder Magazinbalg (Sack aus einer in einem Stück abgezogenen Tierhaut) angeblasen wird. Wegen der indirekten Spielweise lassen sich Ausdruck und Klang der etwas plärrenden Sackpfeife nicht modulieren. Die Pfeifenanordnung ist sehr variabel. Meist kommen zu einer Spielpfeife (mit Grifflöchern zum Spielen von Melodien) eine oder mehrere Bordunpfeifen (ständig in gleichbleibender Höhe mittönende Basspfeifen oder "Brummer"). Auf zeitgenössischen Abbildungen erscheinen die Spielpfeifen häufig krummhornförmig gebogen. Außer der über den Mund mit Luft versorgten Sackpfeife gab es auch eine, die mittels eines ®Blasebalgs gespielt wurde.
Die Sackpfeife ist aus dem asiat.-orientalischen Raum nach Europa gekommen, wurde von den röm. Legionären im Imperium bis hin nach Britannien verbreitet und spielte zwischen dem 13. und dem 16. Jh. besonders in der Tanzmusik eine bedeutende Rolle. War das Sackpfeifenspiel ursprünglich bei allen Ständen gleich beliebt, so wurde es am Ende des MA. zu einem Charakteristikum bäuerlichen Musizierens.
(s. Bordun, Platerspiel)