Segel

Aus Mittelalter-Lexikon
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Segel (mhd. segel, sigel, segeltuoch). Ma. Segel bestanden aus aneinandergenähten Streifen („Kleidern“) von festem, dichten, Gewebe aus feinster Schafwolle, Flachs, Hanf oder aus einem Mischgewebe aus Flachs (Kette) und Baumwolle (Schuss), das durch Fett- oder Wachsauftrag wasserabweisend gemacht wurde. Sie hatten rechteckige (Rahsegel) oder dreieckige Gestalt (Lateinersegel). Zum Setzen, Bedienen und Bergen der Segel und zur Verstärkung besonders beanspruchter Randstellen waren dünne Taue (Lieken) eingenäht, Doppelungen aufgenäht sowie Ösen und Schlaufen eingespleißt.
Segelmacher arbeiteten mit grobem Schneider- oder Schusterwerkzeug (Nadeln, Fingerhut, Schlagwerkzeuge, Flachzangen, Fett zum Einfetten der Nadel und Holzteer zum Tränken des Garns). Sie fertigten neue Stücke und besserten verschlissene aus, wobei sie sowohl an Land als auch auf hoher See arbeiteten.
Die Vorrichtungen zum Führen des Segelwerks, die Takelage, bestand aus einem oder mehreren Masten (Groß-, Besan-, Topp-, Fockmast), den Segelstangen oder Spieren (Rah, Lateinische Rute), Tauwerk zum Anschlagen der Segel sowie zu deren Bedienung und einer Vielzahl von funktionalen Hilfsmitteln wie Blöcken, Knebeln, Fallen, Brassen und vielem anderen mehr.
(s. Baumwolle, Flachs, Seeschiffe)