Stephan II. (Papst)

Aus Mittelalter-Lexikon
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Stephan II. (Papst 752 - 757). Spross der röm. Patrizierfamilie der Orsini, Diakon. Nachdem die Schutzmacht Byzanz ihrer Funktion gegenüber den Langobarden, die 752 von Rom die Anerkennung ihrer Oberhoheit und hohe Tributzahleungen gefordert hatten, nicht gerecht worden war, vollzog Papst Stephan II. eine epochale Wendung hin zu den Franken. Im Januar 754 reiste er zu König Pippin I. in dessen Pfalz zu Ponthion (bei Chalons a. d. Marne), schloss einen Freundschaftsvertrag und erlangte die Zusage eines Kriegszuges gegen die Langobarden und der "Rückgabe" der von den Langobarden eroberten Gebiete, einschließlich des Exarchats Ravenna (s. Pippinsche Schenkung). Der Freunschaftspakt zwischen Frankenreich und Papsttum bekam symbolischen Ausdruck durch die Königssalbung, die der Papst eigenhändig an Pippin und dessen Söhnen Karl und Karlmann wiederholte (28.7.754). Bei dieser Gelegenheit wurde ihnen der Titel "Patricius Romanorum" verliehen (wobei unter "Rom" die Gesamtheit der westl. Kirche verstanden wurde). Pippin löste sein Versprechen ein, bezwang die Langobarden (754, 756) und übergab die eroberten Gebiete dem Papst. Der Grundstein für den ®Kirchenstaat war gelegt.