Vallombrosaner

Aus Mittelalter-Lexikon
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Vallombrosaner, -innen (CVUOSB = Congregatio Vallis Umbrosae Ordinis Sancti Benedicti). Benediktiner-Eremitengemeinschaft strenger Observation im Sinne der Cluniazensischen Reform. Das erste V.-Kloster wurde 1037/39 von dem Ordensstifter, dem adligen Benektinermönch Johannes Gualbertus (um 1000 - 1073, seit 1193 hl.) in Aquabella (später Vallombrosa = schattiges Tal) bei Florenz gegründet. Die päpstliche Anerkennung erlangte der Orden 1055 durch Viktor II.
Der Orden verbreitete sich vor allem in Mittel- und Norditalien; ihm gehörten 1188 53 Klöster an, neben Filialklöstern auch solche, die bereits bestanden hatten und der Reformbewegung beigetreten waren. Chor- und Laienbrüder des Ordens unterstanden einem einzigen Generalsuperior, der sich erst präpositus, später Abt nannt. Besondere Anliegen der V. waren die Bekämpfung von ®Simonie und ®Nikolaitismus und die Einforderung eines rigoros asketisch-mönchischen Lebenswandels. Vallambrosaner-Mönche, die ihre Lehren öffentlich agitierend vertraten, machten sich viele Feinde bis hinauf in höchste Kirchenränge. Sie sollten aber wesentlich zur Durchsetzung der ®Gregorianischen Reform beitragen.