Wachszinsige

Aus Mittelalter-Lexikon
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Wachszinsige (mlat. cerocensuales, cerearii, cereales). Kirchen und Klöster deckten ihren bedeutenden Bedarf an Bienenwachs für Kerzen zum liturgischen Gebrauch ursprünglich aus eigener Imkerei oder aus freiwilligen Spenden der Gläubigen. Vom 8. Jh. an entstand der Brauch, dass in kirchlicher Schutzhörigkeit Stehende Wachs oder Kerzen, später auch einen entsprechenden Geldbetrag als Leibzins erbrachten. Eine große Gruppe von Wachszinsigen bestand aus Hörigen, die auf kirchliche Vermittlung hin ®Freilassung erreicht hatten und gegen die relativ geringe Abgabe des Wachszinses sich unter den Schutz einer kirchlischen Institution gestellt hatten. Für das 14. Jh. ist die Wachszinspflichtigkeit nicht mehr festzustellen.
(s. Zensuale)