Akademie

Aus Mittelalter-Lexikon
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Akademie“ (v. grch. Akademeia = urspr. Lehrstätte Platons bei Athen). Am Hofe Karls d. Gr. auf Betreiben ®Alkuins eingerichtetes Kollegium der engsten Freunde und Berater Karls, zumeist kluger und gebildeter Männer, darunter ®Adalhard, ®Einhard, ®Paulus Diaconus, ®Paulinus und ®Theodulf. Die achademici traten unter Pseudonym auf: Karl wurde als David (auch als Salomo, Konstantin), Adalhard als Antonius, Alkuin als Flaccus, Angilbert als Homerus, Theodulf als Pindar angeredet, Richbod als Macarius usw. Wo immer Karls wandernder Hofstaat einkehrte, sei es in Didenhofen, in Heristal, Nijmwegen oder Aachen, fand sich der Kreis der Akademiker zusammen, um in geselliger Runde zu tafeln, gelehrte Dispute zu führen oder untereinander als Dichter zu wetteifern. Beliebt waren – nach Möglichkeit kunstvoll formulierte – Scherze, kleine Sticheleien, Lobsprüche, Fabeln, Rollenspiele und Rätsel. Außer einem intellektuellen Zeitvertreib dürften die Akademiker auch die Übung in Sprachgewandtheit und logischem Denken sowie den Gewinn von Sachkunde und Information gesucht haben.