Aufzug

Aus Mittelalter-Lexikon
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Aufzug (Tech.) Zur Erleichterung des vertikalen Transports schwerer Lasten auf höher gelegene Arbeitsebenen wurden Hebevorrichtungen (Aufzüge) unterschiedlicher Art verwendet. Ursprünglich dürften Steinquader und Mörtelbottiche von einem Auslegergerüst aus Hand über Hand am Seil aufgezogen worden sein. Um die Mitte des 13. Jh. ist die Benutzung einer Leitrolle bildlich belegt, die an einer hohen Stange befestigt war. Das Seil wurde dabei schon mit einer ®Haspel (Winde) aufgezogen. Der Seilaufzug über eine Leitrolle, deren Anordnung vielfach variiert wurde, blieb bis ins SMA. im Gebrauch. - Eine interessante Form eines Aufzugs findet sich auf einer Darstellung der Turmbaustelle von Babel (Manchester, Anfang 13. Jh.); dem oberen Ende des hohen Aufzugmastes ist ein Querholz aufgesetzt, in dessen äußeren Enden je eine Rolle eingelassen ist. Das Aufzugsseil verläuft von der Last (einem Mörteleimer) aufwärts, über beide Rollen und auf der anderen Seite wieder abwärts zu den Lastenziehern. Es darf angenommen werden, dass zur Verminderung des Kraftaufwandes Lastfahrten noch oben mit den gleichzeitigen, abwärtsgehenden kombiniert worden sind.
Die Entwicklung der Aufzugstechnik wurde durch die Großbauten der frz. Gotik beflügelt und führte Ende des 12. Jh. zum ®Kran, bei dem die Rolle am Ende eines schwenkbaren Auslegers gelagert war. ®Flaschenzüge haben in der ma. Aufzugstechnik wegen der Beschaffungsschwierigkeiten bei Seilen der benötigten Länge kaum eine Rolle gespielt.
(s. Baumaterialtransporte)