Brandenburg (die Mark)

Aus Mittelalter-Lexikon
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Brandenburg (die Mark). Ebene, waldreiche und sumpfige, von Gletschern überformte Landschaft zwischen Elbe und Oder, im Altertum von german. Stämmen (Semnonen, Wandalen, Langobarden, Burgunder); nach deren Abzug wird der verlassene Raum im 6./7. Jh. von Slawen, hauptsächlich von Wenden als deren stärkster Volksgruppe besiedelt. Wurde unter Karl d. Gr. Grenzmark. König Heinrich I. und sein Sohn Otto I. d. Gr. begannen im 10. Jh. mit der Unterwerfung der Slawenstämme und mit der Christianisierung (928 Schlacht bei Lenzen; 948 Otto I. gründet die Bistümer Brandenburg und Havelberg). 983 geht das eroberte Gebiet in einem Slawenaufstand wieder verloren; Heveller und Abotriten dringen sogar über die Elbe vor und verwüsten Hamburg. 1134 übergibt Kaiser Lothar III. die deutsch gebliebene Nordmark an Albrecht d. Bären (1100 - 70) aus dem Hause der ®Askanier, der wieder systematische Germanisierung und intensiven Landesausbau vorantreibt. Seit 1157 benennt sich Albrecht als "Markgraf von Brandenburg". Die Markgrafen von Brandenburg stiegen in den Rang von Reichsfürsten auf und erlangten gegen Ende des 13. Jh. die Kurwürde. Zuwanderer kommen aus dem Harzgebiet, aus Westfalen, Flandern und den Niederlanden. Auf sie gehen zahlreiche Städtegründungen zurück, so werden 1237 und 1244 erstmals Cölln und Berlin erwähnt. Nachdem 1320 die Askanier in Brandenburg ausgestorben waren, übernahmen 1323-73 die Wittelsbacher, 1373-1411 die Luxemburger die Markgrafschaft; Letzteren gingen durch innere Auseinandersetzungen und Feldzüge gegen das Herzogtum Pommern viele Gebiete wieder verloren. Um 1400 werden die Länder östlich der Oder als "Neumark", jene westl. der Elbe als "Altmark" und die Länder dazwischen als "Mittelmark" bezeichnet. 1415 setzt Kaiser Sigismund den Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg aus dem Hause ®Hohenzollern als Markgrafen ein. Dieser bezeichnet sich zunächst als "oberster Hauptmann und Verweser", 1415 erhält er die Kurfürstenwürde mit dem Erzkämmereramt als erblichen Besitz übertragen. (Die Hohenzollern werden "des Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse" bis 1918 beherrschen.)
(s. Berlin, Brandenburg (Stadt), Frankfurt an der Oder, Jüterbog, Lehnin (Kloster), Potsdam, Zinna; Ostkolonisation)