Constitutiones Regni Siciliae

Aus Mittelalter-Lexikon
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Constitutiones Regni Siciliae (Konstitutionen von Melfi auch: Liber Augustalis/Kaiserliches Buch). Gewaltiges Gesetzeswerk ® Kaiser Friedrichs II. , benannt nach dessen Sommerresidenz in Süditalien.
Um einem konkurrierenden Werk des Papstes zuvorzukommen, erließ der Staufer 1231 eine Gesetzessammlung für das Königreich Sizilien, die in der Tradition Römischen Rechts und sizilianischer Gewohnheiten sowie in kanonischen, normannischen, langobardischen und byzantinischen Rechtssätzen wurzelte. Sie zielte in erster Linie auf die Straffung der königlichen Verwaltung und des Beamtenwesens. Ergänzend – und teilweise zu späterer Zeit – ergingen Gesetze zur Unterdrückung des Fehdewesens, zur Einschränkung ständischer und kirchlicher Gerichtszuständigkeit, zur Definition des Ärzte- und Apothekerstandes. (Letztere waren für das Königreich Sizilien erlassen worden, wurden aber maßgeblich für einschlägige Verordnungen in ganz Europa.) Maßgeblich beteiligt an der Ausarbeitung der Constitutiones war Friedrichs Rechtsberater ®Petrus de Vinea.
(s. Medizinalordnung Friedrichs II.)