Friedrich I. Barbarossa

Aus Mittelalter-Lexikon
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Friedrich I. Barbarossa (1122 - 90). Einziger Sohn des zweiten staufischen Schwabenherzogs Friedrich, über seine Mutter Judith (Schwester Heinrichs des Stolzen) mit den ®Welfen verwandt. Wurde nach dem Tod seines Vaters (1147) Herzog von Schwaben und gemäß der Designation seines Onkels, König Konrads III. (reg. 1138 - 52), nach dessen Tod zum König gewählt und in Aachen gekrönt. Die Kaiserkrönung erfolgte 1155 in Rom durch Papst Hadrian IV. 1153 ließ er sich mit päpstl. Genehmigung von seiner ersten Frau Adelheid scheiden und heiratete 1156 Beatrix, die Erbtochter des Grafen Rainald III. von Burgund, mit der zusammen er mindestens sieben Kinder hatte. 1178 ließ sich Friedrich zum König von Burgund krönen. Seinem erklärten Ziel, das Kaisertum wieder zu einer Machtfülle wie unter Karl d. Gr. zu führen, standen die Eigeninteressen der dt. Fürsten, die anarchischen Verhältnisse in Reichsitalien und der Widerstand des Papsttums entgegen. Während Friedrich die lombardischen Städte unter der Führung Mailands bekriegte, baute Heinrich d. Löwe, Herzog von Bayern und Sachsen, der die Teilnahme am Italienfeldzug (1176) verweigert hatte, seine Machtstellung im Reich aus, verbündete sich mit Waldemar I. von Dänemark und brachte die Herzöge von Pommern unter seine Lehnshoheit. Friedrich ließ darauf Heinrich d. Löwen wegen Gefolgschaftsverweigerung durch den Fürstentag zu Würzburg (1180) ächten, seinen Allodialbesitz einziehen und erklärte Sachsen und Bayern zu Reichslehen. Der Waffenstillstand von Venedig (1177) beendete den Krieg mit den lombardischen Städten, im Frieden von Konstanz (1183) wurden ihnen gegen Anerkennung der dt. Oberhoheit weitgehende Selbstverwaltungsrechte zugestanden. Den antikaiserlichen Führungsanspruch des Papsttums konnte Friedrich zurückdämmen, da ihm im Konfliktfall die Loyalität seiner Reichsbischöfe und Reichsäbte sicher war, und da die Kurie letztlich nicht auf den militärischen Beistand des Kaisers verzichten konnte. 1189 beteiligte sich Friedrich am 3. Kreuzzug und erfocht bei Ikonion einen Sieg über die Türken. Auf auf dem Marsch nach Kilikien ertrank er in dem Flüsschen Saleph. (Ein Teil des dt. Kreuzfahrerheers wurde von Friedrichs Sohn, Friedrich von Schwaben, bis vor die Stadt Akkon weitergeführt, während deren Belagerung er starb.)
Kaiser Barbarossa, eine der überragenden Figuren des dt. MA., wird als Vorbild an ritterlicher Tugend, an politischem Gespür und diplomatischem Geschick geschildert. Seine Machtbasis bildete ausgedehntes Reichsgut in Schwaben, Franken, im Elsaß und am Niederrhein. Die Reichsgüter unterstellte er der Verwaltung absetzbarer Beamter (Ministerialen), deren Amtsbezirke nicht in erbliche Lehen verwandelt werden sollten. Von ®Otto von Freising und ®Gottfried von Viterbo wurde Friedrich zum End- und Friedenskaiser der sybillinischen Weissagungen erklärt.
(s. Privilegium maius, Privilegium minus, Roncalische Gesetze)