Glaube

Aus Mittelalter-Lexikon
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Glaube (mhd. g[e]laube, ahd. gilauba; v. ahd. louben = glauben, erlauben; lat. religio, fides). Die Nichtinfragestellung dessen, was von der Kirche gelehrt wird: der biblischen Offenbarungen, der Lehren der Kirchenväter und der Glaubenssätze der Kirche. Diese Definition des Glaubens wurde von ma. Denkern als "fides quae creditur" ("das, was man glaubt") bezeichnet. Als Gnade Gottes wurde die "fides qua creditur" ("das, wodurch man glaubt") angesehen. Dieser subjektive Glaube konnte durch die anderen christl. Tugenden (Hoffnung, Liebe) und durch die Sakramente bestärkt werden. Durch den Glauben wurden dem unzureichenden menschl. Verstand Wahrheiten zugänglich, die dem Ungläubigen verschlossen bleiben mussten. (Hebr. 11,1: "Es ist aber der Glaube das feste Vertrauen auf das Erhoffte, ein Überzeugtsein von dem, was man nicht sieht.")
Im Mittelpunkt christl. Glaubens steht die Fürwahrhaltung der Existenz Gottes. Um diesen zentralen Glaubensinhalt rational zu begründen, stellten christliche Denker unterschiedliche ®Gottesbeweise auf, deren Tragfähigkeit allerdings umstritten ist. Wichtige Glaubensinhalte sind auch Schöpfung, ®Erbsünde, Versöhnung Gottes durch den Kreuzestod Christi, Jüngstes Gericht, Verdammnis und Ewiges Leben, sowie Dreifaltigkeit, Eucharistie und unbefleckte Empfängnis.
(s. Aberglaube, Glaubensbekenntnis, Prädestinationslehre, Unglaube, Vernunft, Volksglauben, Zweifel)