Kreuz

Aus Mittelalter-Lexikon
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Kreuz (mhd. kriuz, kriuze, kriuze-boum; lat. crux, -ucis). An den Kreuzestod Christi erinnerndes zentrales Glaubenszeichen der Christen. Es symbolisiert sowohl die triumphierende als auch die leidende Kirche. Kreuze waren allgegenwärtig, nicht zuletzt als religiös-magisches Amulett und Schutzzeichen. Ihre Ausarbeitung reichte vom schlichten, unverzierten Holz- oder Steinkreuz bis zu hochkünstlerischen Werken, deren Wert noch durch kostbare Materialien gesteigert wurde. Als ältestes Steinkreuz auf deutschem Boden gilt das Bonifatius-Kreuz im Diözesanmuseum Fulda, das ins Todesjahr des Heiligen (754) datiert wird. Schwach eingeritzt trägt es die Buchstaben HBQ (hic Bonifatius quievit).
Mit der religiösen Geste des Kreuz-schlagens (über der Stirn, dem Mund oder der Brust) stellte man sich und andere unter Gottes Schutz und weihte kultische Einrichtungen und Gegenstände wie Kirchen, Altäre, Kerzen, Wasser, Wein, Öl oder Brot. Eher abergläubischer Praxis ist das Kreuz-schlagen in Verbindung mit Zauberformeln zuzurechnen, etwa beim Austreiben von Krankheitsdämonen aus Mensch und Tier oder bei der Bannung von Gespenstern oder des leibhafigen Teufels.
(s. Antonius-, Taukreuz s. Antoniter, Baumkreuz, geometrische Figuren, Kreuzformen, Kronschatz, Kruzifix, Radkreuz, Sühnekreuz, Triumphkreuz, Weihekreuz)