Kuss

Aus Mittelalter-Lexikon
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Kuss (mhd. kus, kos, küssel, küsselin; lat. osculum). Außer dem sinnlichen Kuss, wie ihn zwei Verliebte austauschen, dem zärtlichen Kuss, mit dem Kinder geherzt werden und dem Stirn- oder Wangenkuss, mit dem Verwandte oder Freunde Abschied nehmen oder sich begrüßen, kannte man im MA. noch die rituelle Gebärde in Form eines Kusses. So konnte der Wangenkuss als Friedens- oder Versöhnungszeichen gelten, ein Kuss auf Hand, Knie oder Fuß Unterordnung demonstrieren, der priesterliche Kuss auf das Evangeliar höchste Verehrung erzeigen.
(s. Fußkuss, Gebärdensymbolik, Kusstafel, Teufelspakt)