Mann

Aus Mittelalter-Lexikon
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Mann (mhd., ahd. man). Die ma. Gesellschaft war aus german. Tradition von einer Gemeinschaft von Männern getragen, da nur sie in der Lage waren, Waffen zu führen und damit den persönlichen Besitz, die Familie und den Rang in der Gesellschaft zu verteidigen. Das Christentum hatte obendrein einen Herrgott gebracht, den man sich nicht anders als männlich denken konnte, der Adam, den ersten Menschen, nach Seinem Ebenbild geschaffen hatte. Eva wurde aus Adam gefertigt, um diesem als Gefährtin zu dienen. Der männliche Primat war eine unbestrittene Tatsache. Zu der von Gott gesetzten Höherwertigkeit des Mannes kam im MA. noch eine Verächtlichmachung der Frau hinzu, die sowohl von antiken Naturlehren (z.B. des Aristoteles) als auch von asketischen Mönchsidealen herrührte ("Ohne Frauen wären wir Gott näher"). Thomas von Aquin gesteht in seinen anthropologischen Spekulationen die vollwertige Menschlichkeit nur dem Manne zu. So ist es nur konsequent, dass die Priesterschaft Gottes sich ausschließlich aus Männern rekrutierte. Ebenso blieben weltliche Machtpositionen ausschließlich Männern vorbehalten, schon weil die Frau nicht rechtsfähig war. – Das Durchschnittsalter der Männer lag im MA. um etwa 3 Jahre über dem der Frauen: Kriege wirkten weniger lebensverkürzend als das Wochenbett (s. Lebenserwartung).
(s.fro, Geschlechtsdetermination, Herr)