Okzitanisch

Aus Mittelalter-Lexikon
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Okzitanisch (mlat. lingua occitana; neuzeitl. Bezeichnung occitan, lengua d‘oc; frz. langue d’oc = Sprache des ja, v. lat hoc ille = ja). Eine gallo-roman. Sprache, die im südl. Drittel Frankreichs, in Norditalien (Piemont) und in Nordspanien (Katalonien) in jeweils eigenen Dialekten gesprochen wurde. (Die Sprache Nordfrankreichs wird dagegen als langue d’oil mit der gleichen Bedeutung bezeichnet.)
Die Sprache ist im FMA. hervorgegangen aus dem Vulgärlatein, wie es im südl. Gallien gesprochen wurde, während sich im nördl. Gallien das Altfranzösische herausbildete. Sie erlebte im 12./13. Jh. ihre Blütezeit als Idiom der Trobadorslyrik, und fiel - wie fast die gesamte okzitanische Kultur - den Albigenser-Kreuzzügen im 13./14. Jh. zum Opfer. (Das endgültige Ende kam im 18. Jh. im Zuge der Sprachvereinheitlichung unter König Louis XIV.)
(s. Albigenser, Provençalisch, Katharer, Sprachen des Mittelalters, Troubadour)