Olivenöl

Aus Mittelalter-Lexikon
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Olivenöl (mhd. boumöl; lat. oleum olivarum). Das aus den Früchten (mhd. ölber, ölvruht) des im Mittelmeerraum und im Vorderen Orient beheimateten Ölbaums (mhd. ölboum, olive; lat. oliva; Olea europaea) gewonnene Öl. Der Baum wächst sehr langsam, blüht mit etwa fünf bis sieben Jahren das erste Mal und brachte während seiner Hauptertragszeit vom 20. bis zum 100. Lebensjahr eine Ernte von ca. 20 kg. Früchten, woraus durch Pressen etwa 4 ltr. Öl gewonnen wurden. (Der heutige Ertrag dürfte aufgrund verbesserter Sorten und Verarbeitungstechniken doppelt so groß sein.) Erntezeit ist je nach Standort Oktober bis März. Das je nach Sorte unterschiedliche Öl ist allgemein gekennzeichnet durch grünlich-gelbe Farbe, angenehmes Aroma und mild-süßlichen Geschmack. Es enthält einfache ungesättigte Ölsäuren (wirksam gegen Erkrankungen des Gefäßsystems und des Fettstoffwechsels) und Antioxidantien (beugen dem Ranzigwerden des Öls vor). Das im MA. in Europa gehandelte Öl stammte zumeist aus Südspanien (Andalusien) und Süditalien (Regno). Es wurde in Tonkrügen und Holzfässern transportiert und gelangte auf dem Seeweg bis nach Nordafrika und nach Kleinasien, nach Flandern und England. Man benutzte es zu Speisezwecken, zum Konservieren von Früchten und Fisch, zur Körperpflege, zur Wundbehandlung, als Lampenbrennstoff, zur Herstellung feiner Seife, zu rituellen Salbungen, zur Rückfettung von Wolle und in der Weißgerberei. Der Verbrauch von Olivenöl war nördlich der Alpen trotz der Importe wesentlich geringer als in den Ländern ums Mittelmeer.
Der Zweig des Olivenbaums, der "Ölzweig", galt als Friedenssymbol. Geweihte Ölzweige spielten im Aberglauben Südeuropas, besonders Italiens eine große Rolle: sie schützten vor Blitzschlag, Krankheit und sonstigem Unheil.
(s. Öle, Ölmühlen, Ölpflanzen, Salböl)