Ölpflanzen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ölpflanzen. Die Gewinnung pflanzlicher ®Öle für Ernährungszwecke (während der Fastenzeiten war der Verbrauch von tierischen Fetten verboten), zur Herstellung von Heilmitteln, Malfarben und Seifen, für Zwecke der Wollebereitung und Gerberei, als gewerbliche Schmiermittel sowie als Lampenöl war im MA. von hoher Bedeutung. Ölpflanzen waren von mehrfachem Nutzen, da sie außer den ölliefernden Samen noch Material für Viehfutter (Blätter von Lein, Hanf, Rübsen; Pressrückstände), für Gespinstfasern (Stengel von Lein und Hanf), für Gewürze und Arzneimittel (Mohnsamen, Milchsaft unreifer Mohnkapseln) lieferten. Als Ölpflanzen wurden im MA. kultiviert: ®Flachs (Lein; mhd. lin; Linum utitatissimum), ®Hanf (mhd. hanef, hanff, mlat. cannabus; Cannabis sativa), ®Raps (Brassica napus oleifera), ®Mohn (mhd. man, mahen, magsamen; Papaver somniferum) und Rübsen (Rübsamen; Brassica rapa oleifera). Der Ölgewinnung dienten ferner Bucheckern, Wal- und Haselnüsse. Wertvoller, aber auch wesentlich teurer, war das aus dem Mittelmeerraum eingeführte ®Olivenöl. Der höhere Preis resultierte aus dem großen Flächenbedarf der Olivenbäume (Ölbäume), daraus, dass diese frühestens mit fünf bis sieben Jahren erstmalig blühten und erst nach zwanzig Jahren volle Erträge brachten, sowie aus den langen Transportwegen.