Öle

Aus Mittelalter-Lexikon
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Öle (mhd. öl, öle, olei; lat oleum). Mineralische Öle (Asphalt und Bitumen ["Erdpech"], Erdöl [lat. naphtha]) waren im MA. von Fundorten bei Modena (am Monte Zibio), westl. von Montpellier (bei Gabian), bei Seefeld in Tirol, am Tegernsee, im nördl. Elsaß und bei Hannover bekannt. Steinöle wurden durch Destillation gewonnen und seit ca. 1350 als Heilmittel verwendet.
Pflanzliche Öle stammten in Südeuropa vor allem vom Ölbaum (mhd. ölboum, olive), nördl. der Alpen von ®Ölpflanzen wie Lein, Hanf, Mohn, Raps und Ölrüben (Rübsen), von Weintraubenkernen oder von verschiedenen Nussarten (s. Nuss). In der menschl. Ernährung nahm ®Olivenöl in den Ländern um das Mittelmeer einen bedeutenden Platz ein, nördl. der Alpen standen stattdessen tierische Fette und ®Tran im Vordergrund. (Nur während der Fastenzeit, wenn der Verzehr von tierischen Fetten verboten war, wurde Olivenöl in größerem Umfang verwendet - wenn man es sich denn leisten konnte.)
Öle fanden - außer zu Nahrungszweckenng - Verwendung als Schmiermittel, bei der Bereitung von Leder und Wolltuch, als Rohstoff für die Seifenherstellung, als Brennöl in Lampen (oleo ad lampadis), als Bindemittel für Farbpigmente, als Korrosionsschutz für Eisenrüstungen und Waffen (s. Brünieren), als Bestandteil zahlreicher Arzneimittel (s. Öle als Arzneimittel) und als liturgisches ®Salböl (z.B. bei der Taufe oder bei der Weihe von Bischöfen, Priestern und Herrschern). Asphalt und Bitumen benutzte man zum Kalfatern von Schiffsrümpfen, zum Tränken von Fackeln und zur Herstellung des Griechischen Feuers.
(s. Ölmühlen)