Initiation

Aus Mittelalter-Lexikon
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Initiation (lat. initiatio, zu initiare = einführen, einweihen). Von bestimmten Ritualen begleitete Aufnahme eines Neulings in eine Religions-, Alters-, Berufs- oder Standesgemeinschaft. Derartige Übergangs- und Aufnahmebräuche hat es schon in vorchristlicher Zeit und in vielen Kulturkreisen gegeben. Im MA. lebten sie fort in den Sakramenten der ®Taufe, ®Firmung und ®Eheschließung, bei der ®Mönchs- und ®Priesterweihe, in der ®Schwertleite und im ®Ritterschlag, bei Aufnahmezeremonien von Studentenvereinigungen (s. nationes), Ritterbünden und Bruderschaften. Die Initiation war häufig mit einem Kleiderwechsel (z.B. Bekleidung mit dem Mönchshabit), mit der Verleihung bestimmter materieller Zeichen (z.B. goldener Sporen) und mit Segens- und Gelöbnissprüchen verbunden. Hatte sich jemand als unwürdig seines durch Initiatiatin erlangten Standes erwiesen, so konnte er durch Entsetzungsrituale ausgestoßen werden (s. Verlust der Ritterwürde).
Als eine ins dämonische pervertierte Initiation ist der ®Teufelspakt anzusehen.