Inschriften

Aus Mittelalter-Lexikon
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Inschriften (isncriptiones, tituli). Mittelalterliche Inschriften fanden sich an Bauten (Kirchen, Rathäusern, Burgen, öffentlichen und privaten Gebäuden), auf Grabmälern (s. Epitaph), auf geweihten Gegenständen (Kultgerätschaften, Glocken s. Glockensprüche) auf Münzen und auf Gegenständen gehobenen Werts (Waffen s. Schwert, Teppichen). Sie enthalten Angaben zu Baubeginn und -ende, Weihedatum, nennen Stifter oder Schenker, Namen, Lebens- und Sterbedaten von Toten, geben Hinweise auf den Prägeherren einer Münze (s. Geld) oder auf historische Gegebenheiten bei bildlichen Darstellungen.
Die Inschriften sind entweder in das Trägermaterial (Stein, Holz, Ton) eingehauen bzw. eingetieft, auf das Material mit Farbe aufgetragen, auf Metall erhaben gegossen oder in Textilien eingewebt. Sie sind bis etwa zum 13. Jh. ausschließlich in lat. Sprache abgefasst, von da an auch gelegentlich in einer Volkssprache gehalten. Als Schriftart diente zunächst die ® Unziale, vom 14. Jh. an überwiegen gotische Typen (s. Textura)