Macer Floridus

Aus Mittelalter-Lexikon
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Macer Floridus (lat., = „Der wiedererblühte Macer“, "Macer, der Blumendichter" oder „Macer über die Blumen“; ursprünglicher Titel „De virtutibus herbarum“ = „Über die [Heil]-kräfte der Kräuter“). Lat. Pflanzengedicht in Hexametern, verfasst von Odo Magdunensis, einem gelehrten Kleriker, wahrscheinlich Arzt, aus Meung an der Loire, entstanden zwischen um 840 und um 1100. Der Autor benutzt Quellen wie Plinius („Naturalis historiae Libri XXXVII“), Galen („De simplicium medicamentorum temperantis ac facultatibus“), Aemilius Macer (der aufgrund seines Gedichts "De herbis" namensgebend war), Walahfrid Strabo („Hortulus“, ein Gartengedicht) und Constaninus Africanus („Liber graduum“, eine Drogenkunde). Der Macer behandelt die medizinische Wirkung der Pflanzen erstmals auf der Grundlage der ®Säftelehre, d.h. er klassifiziert die Heilkräuter nach den Primärqualitäten warm, kalt, feucht, trocken. Als das erfolgreichste ma. Standardwerk zur klösterlichen Kräuterheilkiunde (Phytotherapie) wurde er übersetzt ins Deutsche, Englische, Französische, Dänische, Spanische und Italienische und im Lateinunterricht zu Übungszwecken gelesen. Die ersten einer Vielzahl von Drucklegungen erschienen 1477 in Venedig und 1485 in Mainz („Älterer deutscher Macer“). Eine mit 198 Pflanzendarstellungen bebilderte Ausgabe ist der „Herbarius depictus per fratrum Vitum Auslasser de Fumpp prope Schwaz monachum Epersperg 1479“.
(s. Herbarien, Iris, Kerbel, Kümmel, Senf)