Teerschweler

Aus Mittelalter-Lexikon
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Teerschweler (v. mnddt. ter[e] = der zum Baum Gehörige). Ein wäldlerisches Gewerbe, das häufig gemeinsam mit Pechsiedern (s. Pech) und ®Rußbrennern betrieben wurde, war das der Teerschweler, die in Meilern, gemauerten Teerofen oder Eisenkesseln aus dem Holz harzreicher Kiefern und Birken durch Erhitzen unter Luftabschluss ("Schwelen", trockene Destillation) Holzteere verschiedener Konsistenz (flüssig bis halbfest) und Farbe (hellbraun bis schwarz) darstellten. Holzteer wurde als Wagenschmiere und zum Kalfatern von Schiffen verwendet; außerdem wurde er von Pechsiedern und Rußbrennern weiterverarbeitet. Die beim Schwelbrand als Rückstand verbleibende Holzkohle wurde als Brennstoff oder zur Herstellung von Kienruß benutzt.
Teerschwelerei wurde vor allem in Brandenburg, Skandinavien und Westrussland betrieben, wie Pollen-, Holzkohlen- und historischen Analysen gezeigt haben. Die intensive Nutzung von Kiefenwäldern hat besonders in Brandenburg vom HMA. an zu Waldauflichtung geführt.
(s. Harz, Teer)