Wächter

Aus Mittelalter-Lexikon
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Wächter (mhd. wahtaere, wehtaere; lat. custos). Zum obligaten Personal einer jeden Burg gehörten Wächter, die auf den Wällen und Zinnen patroullierten (die "wahter an der zinne"), die Umgebung auf verdächtige Bewegungen hin beobachteten und im Verdachtsfall die Burgbesatzung alarmierten. In der Minnelyrik stand der Burgwächter allegorisch für die Burg im Ganzen, sowie für die begehrte Frau und deren Unerreichbarkeit; er fungierte als Verbündeter der Liebenden, der dem Ritter den Eintritt in die Burg zur Liebesnacht gewährte, als Warner der Liebenden vor unliebsamer Störung und als Wecker beim Morgendämmer („… wahtaere warnen sanc“).
Selbstverständlich waren auch Wächter an den Toren sowie auf den Türmen und Mauern der ma. Städte.
(s. Nachtwächter, Tagelied, Tagwächter, Türmer, Wachttürme)