Frankenreich

Aus Mittelalter-Lexikon
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Frankenreich (Regnum Francorum, Francia). Das fränkische Großreich, bestehend aus einem Ostteil (Francia orientalis, mit ®Austrien, ®Schwaben und ®Thüringen), einem Westteil (Francia occidentalis, mit ®Neustrien, ®Burgund und der Provence) sowie ®Aquitanien und ®Bayern, war 751 mit Zustimmung des Papstes auch de jure unter die Herrschaft der Pippiniden gekommen, nachdem diese schon seit längerer Zeit die Herrschaft de facto ausgeübt hatten. Der erste Frankenkönig Pippin I. teilte traditionsgemäß sein Reich 768 unter seine Söhne Karl und Karlmann auf, die Teilung wurde jedoch wegen Karlmanns Tod (771) unwirksam. Unter Karl d. Gr. (768 - 814) erlebte das Frankenreich eine Hochblüte, von der aus die weitere Geschichte des europ. MA. wesentlich bestimmt wurde. Das Reich wurde durch die Unterwerfung der Sachsen (abgeschlossen 804) und durch die Ausschaltung des Stammesherzogs Tassilo von Bayern (788) erweitert. Besonders gefährdete Grenzen (Marken) wurden durch Markgrafen verwaltet (so die Awarische Mark im Südosten, die Sorbenmark im Osten, die Dänische Mark im Norden, die Bretonische Mark im Nordwesten Frankreichs und die Spanische Mark in den Pyrenäen). Um 800 hatte das Frankenreich seine größte Ausdehnung und umfasste die Gebiete des heutigen Deutschlands, Frankreichs und Norditaliens sowie die Markgrafschaften in Nordspanien und Ungarn.
Unter den Nachfolgern Karls d. Gr. erfolgte aufgrund dynastischer Spannungen und der Angriffe von Sarazenen und Normannen eine Spaltung des Karolingerreiches, an deren Ende der romanisierte Westteil als ®"Frankreich", der überwiegend germanische Ostteil als "Regnum Teutonicum" (s. Deutschland) und ®Italien jeweils eine eigene Entwicklung nahmen.