Pfeilbüchse

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pfeilbüchse, Feuerbüchse (mhd. phil = Pfeil, Pfeileisen; lat. pilum). Am Anfang der Entwicklung europäischer Feuerwaffen stand um 1300 die Pfeilbüchse, wie sie im Sinne eines Technologietransfers vom Fernen Osten her über Arabien nach Italien und weiter nach Norden vermittelt worden war. Sie hatte einen schlanken Hals und ein dickes Hinterteil – die Pulverkammer –, war von etwa 1,2 m Länge, aus Eisen oder Bronze gegossen und wurde durch ein Zündloch mittels eines glühenden Loseisens oder einer glimmenden Lunte abgeschossen. Als Projektile wurden Bolzen aus Eichenholz von 390 bis 560 g Gewicht mit eisener Spitze oder Brandpfeile verschossen; die Bolzen hatten einen Durchmesser von 30 bis 40 mm und waren am Hinterende mit Lederstreifen oder mit Schnurlagen umwickelt, um das Geschoss gegen die Treibladung hin abzudichten („Treibspiegel“). Die Befiederung bestand aus Gänsefedern, Pergament oder Kupferblech. Die Reichweite betrug ca. 300 m, die Treffsicherheit war gering. Aus der Feuerbüchse wurden im weiteren Verlauf auch Kugeln aus Stein, Eisen oder Blei verschossen, womit sie zum Vorläufer der Handfeuerwaffen (Handrohre) wurde.